Freitag, 1. März 2013

Junge Hure - alte Betschwester


Es ist immer nützlich, die Klassiker zu lesen, das steht außer Frage. Die Lektüre der Schriften des Zeichners, Komponisten und Dichters E.T.A. Hoffmann macht da keine Ausnahme. Nun war der Autor auf eine für ihn selbst vertrackte Weise mit einem Beruf geschlagen, den des Richters an einem Oberlandesgericht, in Berlin traditionell Kammergericht genannt. Die insoweit erlittene deformation professionelle konnte er jedoch in seinem literarischen Werk aufarbeiten und umformen, so stellt der in seiner Erzählung "Meister Floh" geäußerte Satz: "Den Täter haben wir, das ist die Hauptsache, die Tat werden wir noch finden." eine glänzende Charakteristik der Tätigkeit staatlicher Ermittlungsbehörden – nicht nur damals – dar. 

Offenbar hat der Renegat Kraushaar E.T.A. Hoffmann gelesen, nicht aber die Ironie des Satzes verstanden. So kommt er zum Ergebnis, es handele sich bei dem Satz um eine Maxime der Ermittlungstätigkeit. Wenn ein Klassiker das sagt, dann darf ein Dilettant das befolgen, also erforscht der Renegat die ungeklärten Untaten der Vergangenheit, um sie dann seinen damaligen Gesinnungsgenossen zu unterstellen. Wie meinten schon die Alten: Aus jungen Huren werden alte Betschwestern. Jedes weitere Wort ist für die Ergüsse dieses Herrn überflüssig. 

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