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Montag, 5. September 2016

Mustafa OLTM

Wer sich mit Bildern beschäftigt, die aus Smyrna, heute Izmir, stammen, stößt alsbald auf einen etwas unbedarft in die Kamera schauenden Menschen, von dem es heißt, er sei ein reicher Kaufmann aus Smyrna.


Der Hersteller dieser Postkarte, der in Konstantinopel tätige Verleger Max Fruchtmann, verrät uns nicht, warum ein begüterter Kaufmann aus Smyrna ein Gewehr in der Hand halten muss, einen Säbel, einen Dolch und eine Pistole im Bund hat, darüber ein Deckchen trägt und zudem noch in der linken Hand eine lange Pfeife. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Kaufleute, auch wenn sie türkischer Herkunft waren, in der faktischen Hauptstadt der Levante nicht so verkleidet.


Hinter dem Namen bedeutender englischer, besser britischer Menschen kann man häufig einzelne große Buchstaben finden, sie lassen erkennen, der Inhaber des Namens ist zugleich Inhaber eines Ehrentitels, die Aristokratie feiert fröhliche Urständ. Was hat es nun mit Mustapha OLTM auf sich? Nein, es ist nicht ein Mitglied eines königlichen Beratergremiums für die Suche nach Eichen für königliche Barken, bei der abgebildeten Person handelt es sich auch mitnichten um einen reichen, aus Smyrna stammenden Kaufmann, sondern es ist Mustafa, Osmans Last Top Model.


Die Situation der in Smyrna lebenden Levantiner und der diese Stadt besuchenden europäischen Reisenden war dadurch geprägt, den Ort zugleich als letzten Vorboten Europas wie auch als erste Stätte des weiten Asiens zu betrachten. Die dort lebenden, ihre Vorfahren nicht aus Europa herleitenden Bewohner waren nach der Überheblichkeit des 19. Jahrhunderts „Eingeborene“. Solche Eingeborenen musste man dann präsentieren, wenn es darum ging, anderenorts zu zeigen, in welch ferne Gefilde man sich schon vorgewagt hatte. So also gingen die Reisefotografen daran, die nun für solche Zwecke Postkarten herstellten oder die Vorlagen dazu, Bilder aufzunehmen, die dem gängigen Klischee entsprachen.


Wenn man nur ein wenig weiter sucht, so findet man jenen „reichen Kaufmann aus Smyrna“ nun als „Mustafa mit seiner Pfeife“, wobei er in seiner linken Hand ein Gerät hält, dass zum Rauchen von Cannabisprodukten geeignet scheint. Auch andere Postkartenherausgeber fanden, „Mustapha mit seiner famosen Pfeife“ sei ein gut verkäufliches Postkartenmotiv, zudem wird er noch als exzentrischer Mekka-Pilger ausgezeichnet. Da die Üblichkeit bestand, einander die Motive zu klauen, starrt uns Mustafa in unterschiedlicher Verkleidung immer wieder an, hier noch mit seiner famosen Pfeife, dann mit seinem Stock (nunmehr weiß gewandet) und schließlich gar als Radfahrer, wobei sich jedem aufmerksamen Betrachter die Frage aufdrängt, wie kann Mustapha verhindern, dass die Trotteln seines Hosenbandes in die Kette geraten.



Ein wirklich reicher Kaufmann, zudem Muslim, hätte sich für kein Geld der Welt so schäbig abbilden lassen. Mustafa ist also ein beliebtes Fotomodell für die Reisefotografen des 19. Jahrhunderts gewesen, wenn sie eben etwas “Landestypisches“ darstellen wollten, fraglich bleibt dabei, ob das Fahrrad damals wirklich ein übliches und häufig benutztes Verkehrsmittel in Smyrna war.

Das Deutsche Archäologische Institut, Zweigstelle Istanbul, hatte vor Jahrzehnten eine gute Idee, es erwarb das Archiv des Fotoateliers Sebah & Joaillier, darunter befand sich die Uraufnahme jenes reichen smyrniotischen Kaufmannes. Nun ist das DAI ein staatliches, wird nämlich fast nach seiner Gründung aus Steuergeldern getragen, was als Kulturpolitik ein vernünftiges Unterfangen ist; gegenwärtig scheint es allerdings so, dass es zu sehr in die Fänge der Politik geraten ist, die es zu einem Werkzeug der deutschen Außenpolitik machen wollen, was dadurch leicht möglich ist, da das DAI beim Außenministerium ressortiert.


Die schädlichen Folgen solcher anderweitigen Beschäftigung verbunden mit der unsinnigen Verbindung von Forschung und Verwaltung ist sicherlich eine der Ursachen dafür, dass Norbert schon über acht Jahre, Robert schon fast vier Jahre auf die Druckerlaubnis warten. Denn ist es so, dass bestimmte Bücher im Wissenschaftsbereich mit kleinen Auflagen nur dann gedruckt werden können, wenn es einen Zuschuss gibt. Zugleich kann das DAI seine immense Bedeutung für die Kultur dadurch unter Beweis stellen, dass es Publikationsreihen unterhält, in die dann solche Werke aufgenommen werden. Aber, ach, es gibt so viel zu bewältigen, Norbert und Robert werden noch lange Zeit warten müssen, früher nannte man so etwas schlicht Schlamperei, jede andere Bewertung ist euphemistisch und unangemessen.


Im Laufe der weit über 100 Jahre andauernden Tätigkeit hat das DAI nun Archive und Bibliotheken angehäuft, wobei es sich allerorten immer mehr eingebürgert hat, die eigenen Bildbestände zu schützen. Und siehe da, Mustafa taucht wieder auf, nun – in urheberrechtliche Ketten geschlagen – wieder als reicher Kaufmann aus Smyrna, allerdings unter Wahrung dessen, was man dort so als Urheberrecht versteht, also mit bräsigen Wasserzeichen verhunzt. Dass Mustafa so gezeigt wird, wie er von den geschäftstüchtigen Fotografen ausstaffiert und sein Bild beschriftet wurde, ist auf mangelnde Sachkenntnis zurückzuführen, aber das soll nicht weiter verwundern. Ein eigener Posten für die Wahrung des wirklichen oder vermeintlichen Urheberrechtes ist beim DAI eingeführt worden, wobei der gegenwärtige Inhaber sich nicht durch juristische oder wirtschaftliche Sachkenntnis auszeichnet, sondern ein ausgewiesener Sachkenner der Landschaft des südlichen Griechenland es ist. Irgendwo muss man die Leute doch unterbringen und dann beschäftigen.


Von Mustafa gibt es nur noch eine zweite Aufnahme, die vollends überdreht ist. Er hat nun seine Donnerbüchse abgelegt und stattdessen ein Tässchen Kaffee in der Hand, so als wolle er die Leitfigur in Mozarts Kanon verkörpern: C-A-F-F-E-E … . Kein Schütze, der mit einem Gewehr umgehen kann, würde sein Gewehr so flach hinlegen, kein Türke würde seine Kaffeetasse neben seinen Schuhen auf den Boden stellen, zudem kann sich Mustafa gar nicht so weit hinunterbücken, da ihn das zum Zwecke des Fotografierens aufgedrückte Gelersch vor dem Bauch daran hindern wird. Es ist also eines jener üblen, falsch arrangierten Bilder, diese Urteil trotz der grundsätzlichen Geneigtheit von Dottore für Sebah & Joaillier, von der Schwärmerei Pantalones ganz abgesehen.


Aber nicht nur das DAI reklamiert nun Mustafa für sich, sondern auch jenes Unternehmen, das aus dem Nachlass des Herrn Getty erwachsen ist, erheischt die Rechte an dem Bild. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das Kaffeetassen-Bild von Getty Images in sepia gehalten ist, während das DAI die schwarz-weiße Version präsentiert.


Nun, das lässt sich ändern, die Frage bleibt nun, wem gebührt nun das unwahrscheinliche Urheberrecht an diesem Bild?


Man kann sie miteinander kombinieren, also in das etwas größere Bild – in sepia gewandelt – das Gettybild hineinkopieren, dann streiten sich die beide um die Fetzen. Man kann aber auch Ordnung schaffen, also dem Mustafa erst mal die Flinte von dem Staffagefelsen wegnehmen und ordnungsgemäß an die Wand lehnen. Dann gibt man dem Ganzen noch einen schönen warmen Sepiaeton und behauptet in weiterer rüder Usurpation, das Bild sei nunmehr mit dem Urheberrecht von Pantalone & Joallier, wobei die Fähigkeit, Bilder zu bearbeiten ein höheres Maß an Aneignung begründen kann als das schlichte Scannen von Vorlagen.

Und so lebt denn Mustapha weiter in einem ewigen Urheberhickhack, das hätte er sich nie träumen lassen.


Dienstag, 26. Juli 2016

"Eine nicht akzeptable Entgleisung"

Der Präsident (IOC Präsident Bach) ist nicht damit einverstanden, was der einfache Sportler (Robert Harting) über ihn und seine Entscheidungen meint. Er sieht sich beleidigt und überhaupt. In der Sache geben wohl alle Gutmeinenden, die zugleich die arglos Unwissenden sind, dem Sportler recht, aber die Einsicht in tiefere Gründe ist ihnen verwehrt.
Beide sind Olympioniken, haben aber völlig andere Vorder- und Hintergründe; das letzte Wort dient jetzt als Begriff für Herkunft, wenngleich ohne „Migration“ Hintergrund sehr mager aussieht. Da ist zum einen die Sportart, Fechten ist elegant und treffsicher, ein Sport der Menschen, die auch sonst sophisticated sind. Diskuswerfen ist mit Hammerwerfen und Kugelstoßen die schwere Schwester der Leichtathletik, gerade noch so akzeptabel in den Kreisen, die sich besser dünken. Aber die Ausbildung und die Berufspraxis: Man studiert eine Herrschaftswissenschaft, also durchläuft eine Ausbildung, an deren Ende man zu denen gehört, die da sagen: „Nun machen Sie mal!“ Entsprechend dann die Kontakte zu Großindustrie und dem internationalen Kapital. So geprägt kann man dann zu recht meinen, Bach hat Stallgeruch, so einer gehört zu uns. Dagegen wird selbst ein äußerst erfolgreicher Abschluss des Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation allenfalls dazu prädestinieren, ein Logo für die WM 2040 zu entwerfen, nach der vorherigen Aufforderung: „Nun machen Sie mal!“ Und der Beruf: Wenn er wenigstens Offizier wäre, aber als Feldwebelaspirant ist man meilenweit davon entfernt, Schwiegersohn werden zu können. Und, haben Sie ein Foto in Erinnerung, auf dem Bach seine Fechtjacke zerreißt?
Jedoch ist von diesem Geplänkel wahr, dass der eine in dieser weltweiten Mafia der Unternehmer angekommen ist und der andere nicht begreift, dass er ein aufrechter Unternommener geblieben ist, was ihn sympathisch macht. Es geht nicht um Sport, sondern um Kohle verdienen – in Zeiten der zwangsläufigen Verwandlung der Körperertüchtigung in erwerbsträchtige Unterhaltung derjenigen, die dafür noch zahlen dürfen. Frei nach Brecht: Was ist ein optimaler Diskuswurf gegen dessen weltweite Verbreitung für viel Geld.  
Schon der Name „Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation“ zeigt die Verlogenheit dessen, was der junge Mann glaubt richtigerweise zu studieren: Welche Gemeinsamkeit kann sich denn überhaupt nach einer wie auch immer aussehenden Kommunikation ergeben? Die Wirtschaft, nämlich diejenigen, die Auftraggeber sein werden, benutzt den akustischen oder visuellen Eindruck, um ihre Produkte oder Meinungen zu verhökern. Anders als in schlichter Anpassung der Betrachter an das Vorgegebene kann nichts Gemeinsames entstehen. Der Misserfolg einer Werbekampagne führt nie zum Nachdenken über das Produkt, sondern zum Nachsinnen über andere Übervorteilungstechniken.

Der Parsifal Harting hat gegen den Klingsor Bach keine Chance, leider. 

Für meinen Freund Lullus, der enttäuscht ist, es aber schon lange besser wusste.   

Montag, 4. April 2016

Panama

Eifrig geht das Blatt heute, 4.4.2016 der Frage nach :

Warum gerade Panama?


Wieso sind gerade in dem kleinen mittelamerikanischen Land so viele Briefkastenfirmen entstanden? Deutschlands führender Steuerfachmann Clemens Fuest erklärt im FAZ.NET-Interview, warum Offshore-Firmen oft kriminell sind - aber nicht immer.


Ach, da haben sie nun wieder etwas, über das sie sich empören können oder eher wollen. Dass der weltweite Beschiss existiert, ist doch garnicht neu, das wissen die Unternommenen aller Länder schon seit Jahrhunderten. Ihrer Solidarität steht die viel mächtigere Kumpanei der Entrepreneure schon immer gegenüber. Jedoch die Frage hätte die FAZ.NET besser Janosch gestellt oder an kundige Eltern oder Kinder, denn wie Dottore haben fast alle Unternommenen ihren Nachkommen diese schöne Geschichte vielfach und immer wieder vorgelesen. Ach, wie schön ist Panama! Wichtig ist, dass man einen Freund hat. Tiger=Poroschenko und Bär=Putin haben übereinstimmend festgestellt, trotz solch kleiner Scharmützel muss man sich halt in den entscheidenden Dingen des Lebens einig sein, dann hält man es auch wieder zu Hause aus. Die Angst der Mäch-tiger ist doch, wie lebe ich in der Zeit nach der Macht? Lie-bär vorsorgen, dann kann man sich in fernen Ländern, denen man einmal einen Dienst erwiesen hat, auf der Beute der Macht gut ausruhen, wenn man es ganz arg getrieben hat, in Saudiarabien, ansonsten kostet das Leben an der Cote dÁzur eben doch einiges, dann noch die Leibwächter, die Vorkoster und der Liegeplatz für die Yacht. Dem Riester des Unternommenen entspricht das Konto der Firma in Panama, so einfach ist das. Und damit die Unternommenen nicht maulen oder gar aufbegehren, wird dann ab und zu ein Schwein geschlachtet. Heuer wird das relativ unwichtige Borstentier in Island dann eben geopfert werden, ändern wird sich kaum etwas. Investigativ ist bekanntlich nicht mit revolutionär gleichzusetzen.

Sonntag, 10. Januar 2016

Birne kann alles

So lautete die begeisternde Parole, mit der zuerst Günter Herburger seinen Sohn, später Legionen von Eltern in den 1970er Jahren ihre Kinder konfrontierten. Bei allen setzte sich so allmählich die Erkenntnis durch, die leidigen Verhältnisse lassen umfassende Veränderungen eben nicht zu, wenigstens nicht ohne umstürzende Eingriffe. Dabei konnte Birne nicht nur alles, sondern auch Reklame. Reduziert wird „ALLES“ heutzutage nur noch der Satire erlaubt, aber die Schere im Kopf beschneidet schon passend zum Erhalt des Arbeitsplatzes den Satirikern die Ideen, sie sind eben keine Satyrn mehr. Wie solch ein Kerl aussah, muss nun gezeigt werden, weil dann Pantalone zufrieden ist, wieder ein Bild platziert zu haben. 


Was akustisch dem deutschen Stammtischbruder in den 1950er Jahren die „Frau Wirtin Verse“ waren, das bescherte visuell den alten Griechen die Vasenmalerei – bisweilen jedenfalls. Satyrn ähnelten habituell jungen Nordafrikanern, die auf dem Bahnhofsvorplatz Sylvester begehen wollen, also zwar keine neue Variante menschlichen Verhaltens, aber schon damals wie heute nicht zu dulden. Wenn es keinen Frauen gab, denen zu deren pan-ischen Erschrecken es nachzustellen galt, dann waren Amphoren hilfreich.


„Lieber Dottore, ich bin der Ansicht, Deine Weitschweifigkeit ist doch zum einen unangemessen, zum anderen nicht zielorientiert!“

„Brav lieferst Du mir die Bilder, meckerst aber dann herum, beides geht nicht, mein Lieber, der seinen Namen nach einem Beinkleid erhielt! Und die Keule der Zielorientiertheit ist die neueste Form der Überheblichkeit. Aber weiter im Text.“

Reklame ist zwar nicht alles, macht aber viel. Die im Netz ersichtlichen online-Medien leben davon, dass man so nebenbei sich den unseligen Mist ansieht, der von denen lanciert wird, die die Kohle dafür abdrücken, dass die Presseverlage – bislang jedenfalls – sich kostenlos für den Besucher präsentieren. Ab und zu wird man aufgefordert, man möge die Reklameunterdrückungssoftware ausschalten, wenigstens nur für das eigene Medium, aber das schmerzte, wenn man dem folgte. Da ist nun der „Spiegel“ einen anderen Weg gegangen, der nahe an dem vorbeihangelt, was die Todsünde der sich als frei verstehenden Presse ist, die Verbindung von Reklame und Meldung.



Dottore wäre heute mit der „Goldenen Nadel“ des ADAC ausgezeichnet, also über 50 Jahre dessen Mitglied, wenn es in der „Motorwelt“ nicht solch viele Anzeigen für Treppenlifte gegeben hätte. Nach 40 Jahren der Lektüre dieser Journaille, zu Beginn einer Periode seines Lebens also, in der Dottore rein statistisch gesehen möglicherweise Kunde eines solchen Treppenliftherstellers werden konnte, just da reichte es ihm, er wollte nicht in einem Verein der potentiellen Treppenliftfahrer sein. Nicht nur ödet Reklame an, sondern man wird auch durch die Einschätzung der Geldgeber von Reklame angewidert. Wer für das lästige Beiwerk bei der Lektüre Geld ausgibt, kalkuliert die Leser ein nach Interessen, Vermögen und Erwerbsgier. Betrachtet man also, was für Unternehmen im „Spiegel-online“ inserieren, so erschrickt man. Das ist eine Leserschaft, zu der man nicht gehören mag. Jedoch politisch ist viel schlimmer, zu welcher Lesergemeinde nach der Ansicht der Inserenten das Hamburger Blatt in seiner online-Ausgabe verkommen ist. Die täuschende Platzierung von Ikons redaktionellen Inhalts neben denen der Reklame zeigt an, der „Spiegel-online“ hat selbst schon resigniert.

Birne kann alles, aber der „Spiegel“ nicht mehr viel.

„Also Dottore, ich muss Abbitte leisten: Du hast einen Sachverhalt geschildert, ohne das Wort „unseriös“ zu benutzen, der Rudolf hätte seine Freude an Dir.“

„Dem fühle ich mich auch verbunden, als ich im WS 62/63 in Hamburg studierte, da haben wir in Fuhlsbüttel gerufen, Augstein möge raus und Strauß rein, aber auch der große Raucher konnte nichts bewirken.“

Donnerstag, 26. November 2015

Strafbare Geldvermehrung

Manchen Berufen wird nachgesagt, sie hätten quasi „die Lizenz zum Gelddrucken“, früher waren das einmal die Apotheker, dann waren es die Bayrischen Notare, heute könnte man es den „Investmentbankern“ andichten.  Aber festzuhalten bleibt, Geld wird anders produziert. Das Nachmachen von Banknoten ist strafbar, denn selbst wenn es perfekt gelänge, würde doch jemand geschädigt, spätestens der Staat und die Gesellschaft, weil dann zu viel Geld im Umlauf ist, also eine Entwertung eintritt. Daher erscheint es angebracht, denjenigen, die zur Produktion von Banknoten, also zur Schaffung von Geld berechtigt sind, Grenzen zu setzen, deren Überschreitung sie der Gefahr der Strafe aussetzt. Draghi und Konsorten sollen nicht ohne persönliches Risiko einfach das weiter machen dürfen, was in ihren Heimatländern jahrzehntelang üblich war. Die nachfolgende Regelung ist § 146 StGB nachempfunden:

§ 146 a Geldherstellung

(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer
1.      Geld in der Absicht herstellt, dass es als werthaltig in den Verkehr gebracht oder sonst wie verwendet wird oder dass ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so herstellt, dass der Anschein eines Wertes hervorgerufen wird,
2.      derartig hergestelltes Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
3.      derartig hergestelltes Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 hergestellt oder sich verschafft hat, als werthaltig in den Verkehr bringt.
(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande oder sonstigen Gruppe, die sich zur fortgesetzten Begehung der Geldproduktion oder –vermehrung verbunden hat, so ist die Freiheitsstrafe nicht unter vier Jahren.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen. Ein minder schwerer Fall liegt nicht vor, wenn der Täter auf Grund von Anstiftung beteiligter Wirtschaftsgruppen oder von Regierungsstellen gehandelt hat.


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Socials costs

Wer sich über diesen Begriff informieren will, in Wikipedia hineinschaut, der hat schon verloren, ist schon beschissen worden. Statt klüger zu werden, werden ihm Berechnungsarten vorgestellt, er wird allenfalls also etwas schlauer. Soziale Grenzkosten sollen sie im Deutschen heißen, Unverschämtheiten sind sie in allen Sprachen.

Wer eines der besagten Autos von VW gekauft hat, ist selbst kaum hereingelegt worden. Die wenigen Pferdestärken weniger sind sowieso überflüssig gewesen, beim Verbrauch wissen wir seit eh, dass uns zum einen immer schon Traumverbrauchszahlen vorgelogen wurden, ein Streicheln des Gaspedals macht andererseits vieles wett. Beschissen wurden durch die betrügerische Software wir alle. Mühsam bahnt sich die Einsicht, wir könnten unseren Enkeln nicht solch eine verdreckte Welt übergeben, durch das Dickicht der Augenblicksinteressen, so ein klein wenig wird nun auf die Verringerung der Stoffe geachtet, die wir alle beim Autofahren produzieren. Allzugleich wird von VW ein Betrug unternommen, nicht, weil man dort dieses Ziel für falsch hielte, nein, nur deswegen, weil das Ausstatten der Fahrzeuge mit gesetzeskonformen Motoren Geld gekostet hätte. Dieses Geld kann man sich doch sparen, kann hohe Dividende an die Eigner ausschütten, wobei einer der großen Eigentümer ein Bundesland ist. Also wird es nur gemacht, damit Winterpietsch etc. als großartige Wirtschaftsführer dastehen, um dann irgendwelche schäbigen Boni zu kassieren, schäbig klein nur im Verhältnis zu dem Schaden, den sie weltweit verursachen lassen. (Übrigens: Man muss schon ein gehöriges Maß an Blödheit oder Unbildung haben, um ein Fahrzeug nach einem Gottessohn zu benennen, der scheitert. Phaeton kann den väterlichen Sonnenwagen keinen einzigen Tag ohne Unfall steuern! Der Vorname allein machts nicht, Ferdinand!)  

Wer immer noch nicht genug hat von der vulgärmarxistischen Erklärung der Welt, der lese den heutigen Artikel in der FAZ:NET „Wenn der LKW auf der Autobahn steht“. Dass viele LKWs nächstens auf den Autobahnen stehen, weil die Parkplätze überbelegt sind, ist für den Autor des Frankfurter Weltblattes eine Folge der gesetzlich geregelten Lenkzeiten. Kein Wort wird darüber verloren, dass die Erfindung der „lean production“ es bedingte, verarbeitende Unternehmen unterhalten so etwas Altmodisches wie ein Materiallager nicht mehr.  Auf allen LKWs steht es drauf, deren Betreiber sind keine biederen Speditionen mehr, sondern betreiben „logistics“. Also sind die früheren Läger nun als rollende Vorratsbehältnisse unterwegs. Die Lagerkosten musste früher das Unternehmen tragen, also den Bau (nebst Grundstück) der Gebäude und die Unterhaltung der Infrastruktur. Dann wurde das auf die Speditionen überbürdet, die durch fast ruinösen Wettbewerb und scharfe Vertragsregeln genötigt sind, pünktlich das LKW=Lager vorzufahren. Und die Parkplätze und das ggf. einzurichtende Parkleitsystem, wer zahlt das? Natürlich die Allgemeinheit, denn es ist doch in unser allem Interesse, dass wir nachts nicht auf einen aus dem Parkplatz herausragenden Laster prallen. Und weil es so schön passt, da wird auch die schöpferische Intelligenz der Firmen Siemens und Benz zugleich noch gelobt. Da soll der Skribent doch gleich als public relations manager in den Unternehmen deren Werbesprüche formulieren und uns nicht als Journalist behelligen, denn erläutern kann er uns nichts, weil er nichts begriffen hat!

„Wieso ist das vulgärmarxistisch, Dottore?“

„Weil beides so ungebrochen nach dem uralten Lehrsatz funktioniert, nach dem Verluste vergesellschaftet werden!“ 


Für Karl Georg Zinn, 50 Jahre dazu das Richtige sagend.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Schlittern (lassen) als Tätigkeit des Vorstandsvorsitzenden und ein anderes Erlebnis

In der FAZ:NET war am 15.6.2014 zu lesen:

„Arcandor war 2009 in die Pleite geschlittert. In der Folge laufen gegen Middelhoff auch eine Reihe von Ermittlungen [Hier zitiert Dottore nur, der Grammatikfehler stammt von dem unbekannten Verfasser des Weltblattes]. Die Staatsanwaltschaft Bochum untersucht etwa seit Jahren, ob er die Insolvenz des früheren Karstadt-Quelle-Konzerns verschleppt hat. Middelhoff weist alle Vorwürfe zurück.“

Schon vor vielen Jahrzehnten war es eine gängige Antwort auf den Behauptungssatz, „DIE ZEIT ist doch ein links-liberales Blatt“, entscheidend sei für eine solche Beurteilung nicht das Feuchtong, sondern der Wirtschaftsteil, in dem man kaum etwas Links-liberales entdecken könne. Bei der FAZ kam solch eine Wertung nie auf, sie in ihrer Haltung als „wirtschaftsnah“ zu bezeichnen, ist noch euphemistisch. Also kann man den zuständigen Redakteuren und sonstigen Mitarbeitern unterstellen, sie wüssten, wie ein Konzern geführt wird. Nun wissen auch wir es, durch Schlitternlassen! Was ist das nun?  Wie bewegt sich ein Konzern? Wann geht er auf das Eis? Kann er denn überhaupt SCHLITTERN?

Was Schlittern ist, will uns Deutschen der Duden nahebringen, der im Gegensatz zur Akademie unseres westlichen Nachbarlandes nicht um die Landessprache besorgt ist, sondern immer nur referiert, was die Zeitgenossen so vor sich hinplappern („Reiners am Arsch“, sagt Zazie dans le duden). Der Duden also definiert „Schlittern“ vieldeutig so:

„1.a) mit einem Anlauf über eine Schnee- oder Eisfläche rutschen
1.b) sich schlitternd über etwas hinwegbewegen
2. auf einer glatten Fläche, auf glattem Untergrund (aus)gleiten, ins Rutschen kommen
3. unversehens, ohne Absicht, ohne es zu wollen, in eine bestimmte (unangenehme) Situation hineingeraten“

Nehmen wir zugunsten von Middelhoff, der bei seinen Kumpeln sowieso die Arschkarte gezogen zu haben scheint, einmal Variante 3. an, also das „unversehens Hineingeraten“. Ist es nicht Aufgabe des Vorstandes, „sehenden Auges“ zu sein? Ist nicht die Bewegung eines Konzerns, der auf glattem Boden unkontrollierte Bewegungen macht, eine Feststellung über die Unfähigkeit der leitenden Organe?  Hätte nicht das doch etwas abrupte Ende bei Mohn allen signalisieren müssen, Thomas heißt in Wirklichkeit Peter, er hat die Stufe seiner Inkompetenz erreicht? Aber es ist auch höheren Orts so, wie Mäxchen Mohr sich das vorstellt, wer heute Käse verkauft hat, kann auch morgen Brücken konstruieren, denkste! Oder, um ein aktuelleres Beispiel zu nehmen, wer das satte Schließen von Autotüren überprüfen kann, der ist auch fähig, die ganze Welt mit einem Dieselmotor zudrecken zu lassen. Und, so schlittern sie denn, unsere Wirtschaftsführer, erst der jeweilige Konzern, dann sie selbst auch ein bisschen. Nur der Thomas, der hat ein wenig übertrieben, wahrscheinlich muss er irgendwann so leben wie die von ihm Unternommenen, jedoch, so schlimm ist das in der ersten Welt aber auch wieder nicht. Vielleicht schreibt er dann ein Buch, das aus alter Loyalität bei Bertelsmann gedruckt wird, Titel: Der Gefallene Engel. Dottore wird es nicht lesen.

Dottore hat zu „Schlittern“ keine metaphorische Beziehung, sondern handfeste Erinnerungen. Wenn es kurz über Null Grad war, der Boden noch gefroren, es zu schneien anfing, dann konnte man eine „Schleife“ machen. Zuerst musste der Schnee in Längsbahnen so fest getreten werden, dass er fast schmolz, dann verband er sich mit der kalten Erde und gefror.  Nun musste man vorsichtig, möglichst mit Ledersohlen, nach einem kräftigen Anlauf auf dieser Bahn entlanggleiten und sie dabei glätten, bis eben eine richtige Schleife entstanden war, auf der man schlittern konnte. Man sieht, um die Voraussetzungen zum Schlittern zu schaffen, bedarf es einer gewissen Kunstfertigkeit.

Dottore besuchte in Roulettenstadt ein Gymnasium, das in einem Gebäude betrieben wurde – für 1200 Schüler gebaut, aber von 2400 genutzt. Die geräumige und hohe Aula wurde in vier Klassen verwandelt. Die jeweiligen Wanderklassen wurden in den Räumen der Klassen unterrichtet, die gerade in der Turnhalle waren. Der größere Teil des Schulhofes war noch von den Amerikanern besetzt, die dort einen Fuhrpark unterhielten. Zwischen den Teilen des Hofes bestand ein Höhenunterschied, über einem kniehohen Mäuerchen erhob sich ein vielleicht fünf Meter breiter, leicht ansteigender Streifen, der als Grünanlage bezeichnet wurde. Drei Tätigkeiten waren nun neben vielen anderen verboten:
1. Das Betreten dieser Grünanlagen,
2. das Anlegen von Schlitterbahnen (i.e., richtigerweise e.s. Schleifen – es war nämlich ein humanistisches Gymnasium!) und
3. das Schneeballwerfen.

Nach Abzug der Amerikaner wurde nur eine Verbindungstreppe zwischen den Hofteilen angelegt, das erste Verbot wurde daher laufend übertreten, die Grünanlage verwandelte sich in eine lehmige Braunanlage. Eines Tages, es war im Winter 1953, fiel kräftig Schnee, da wurde gegen das 3. Verbot schon in der ersten Pause ununterbrochen verstoßen, die Luft des Schulhofes war geradezu gesättigt mit Schneebällen. Vor der zweiten Pause hatte Frau Holle Verständnis für uns Schüler gezeigt und nochmals kräftig für Nachschub gesorgt. Das muntere Schneeballwerfen ging weiter. Als ein Lehrer eingreifen wollte, wurde er mit Schneebällen so eingedeckt, dass ihm nur die Flucht ins Schulhaus blieb, das war 1953!, lange bevor wir unsere Aufmüpfigkeit artikulieren und in politisches Handeln umsetzen konnten.

Es versammelten sich die übrigen Lehrer an den Fenstern des Treppenhauses, der Direx (sprich der Herr Oberstudiendirektor Haas) trat aus einer der Türen zum Hof. Langsam und würdig schritt er durch ein sich bildendes Spalier seiner Schüler, das Schneeballwerfen hatte aufgehört. Doch ein unbekannter Schüler konnte nicht widerstehen, vom oberen Hof kam ein Schneeball geflogen. Nach guter Pädagogensitte wollte nun das Häaschen diesen Übertäter exemplarisch dingfest machen, er betrat die „Braunanlage“, um sie schräg auf dem kürzesten Wege zum Missetäter zu überqueren. Fast oben angelangt trat er auf eine der dort akkurat angelegten, nun unter dem Schnee verborgenen Schleifen, glitt aus, fiel auf den Bauch und rutschte zu unser aller Vergnügen bauchwärts talwärts. Mit jedem Zentimeter des Rutschens verlor er an Autorität. Er rappelte sich zwar auf, schüttelte sich den Schnee ab und ging nun gemessenen Schrittes über die Treppe auf den oberen Teil des Hofes, jedoch der Zugriff konnte nicht mehr erfolgen, zudem hub das Schneeballwerfen wieder an. Dottores Klassenkamerad Jendricke, heute ein weißhaariger Pensionär, war ein begnadeter Handballspieler, stand am Rande einer weiten Schülerrunde, in deren Mitte das Häaschen ernst und nachdrücklich den doch wahrlich vernünftigen Grund für das Verbot des Schneeballwerfens erläuterte. Da Dottore unmittelbar neben Jendricke stand, weiß er es genau, dieser nahm einen Schneeball, warf ihm abschätzend einfach hoch und … traf. Das Häaschen hatte ein Käppi wie der Papst, genauso weiß, aber kalt. Unwirsch wischte der Direx sich diese Kopfbedeckung weg, wir aber hatten es ihnen gezeigt. In der nächsten Pause durften wir nicht auf den Hof, in der letzten Schulstunde dieses Tages wurde über Lautsprecher verkündet, dass mehrere Schüler der Anstalt verwiesen worden seien. So, wie Dottore sich erinnert, sollen deren Eltern das aber erfolgreich angefochten haben.

Moral von der Geschicht:

Schlittern ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine vergnügliche Sache, nur im metaphorischen Sinne birgt sie Gefahren in sich.  

Dienstag, 6. Oktober 2015

Padova Freres 6

Pantalone hat es tatsächlich geschafft, doch noch Bilder zu fischen, die von diesen Brüdern stammen. Dabei weiß er selbst gar nicht mehr, warum er deren Produkten nachjagt. Weder sind die Bilder optische Delikatessen, noch bringen sie wesentlich Neues in die Geschichte der kurzen griechischen Epoche der Stadt Smyrna im 20. Jahrhundert. Es wird eine Mischung aus Jagdtrieb und Verbissenheit sein, fürderhin werden weitere Trophäen nicht in einem eigenen Post gezeigt, sondern hier nur angefügt. Denn man soll solch niedere Triebe nicht fördern.

Eingerahmt von uniformierten Menschen sitzen die Offiziere aus Großbritannien und Griechenland hoch zu Ross: die aus England mussten sich nach dem Desaster und dem darauf folgenden Regierungswechsel zurückziehen, die aus Griechenland haben einen Regierungswechsel benutzt, um eine noch falscheren Strategie zu verfolgen. Aber soweit war es zu dem Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht.

Die paradierenden Offiziere verführen dazu, sich an Göring zu erinnern, über den hinter verborgener Hand geraunt wurde:

                                 Links Lametta, rechts Lametta
                                 Und der Bauch wird immer fetter.

Das Laufen haben dann diese Herren auf dem Rückzug gelernt – schon deswegen gerecht, weil sie den Vormarsch im Hinblick auf den Nachschub nicht richtig geplant hatten.

Nun ist – gottlob! – die kriegerische Ausbeute erschöpft, es geht um friedlichere Bilder.


Smyrna galt über Jahrtausende als eine der lieblichsten Städte Kleinasiens. Heute ist davon nichts mehr zu bemerken, aber um 1900, gar noch 1920, da atmete das Tal des Meles und das dorthin verlegte Bad der Diana (das 19. Jahrhundert war stark rom-orientiert, weswegen zahlreiche Stätten mit dem lateinischen Namen der antiken Götterwelt benannt wurden) noch etwas von der Annehmlichkeit der Landschaft. Padova Freres zeigen diese Gegend aber etwas garstig, nämlich mit Schnee bedeckt, als wollten sie die Veränderung durch die Besetzung auch klimatisch darstellen.

Die Faszination aller Reisenden in der Vergangenheit, wozu leider auch Dottore mit seinen Reisen ab 1958 sich zählen muss, beruhte u.a. auf der Wirklichkeit der Kamelkarawanen in der Türkei; was in trauten Stunden der Lektüre von 1001 Nacht phantastisch durchlebt worden war, das geschah leibhaftig vor den Augen. Also bildeten die Reisephotographen diese Realität ab, damit durch deren Abbild die Empfänger der Postkarten die tatsächliche Wahrnehmung der Absender nachvollziehen konnten. Noch heute werden zum Zwecke der Einkreuzung beide Kamelarten von Züchtern in der Türkei  gehalten, wenngleich nur noch Kamele zu Ringkämpfen gebraucht werden; auch dies ist eine der Eigenfolklorisierungen der türkischen Gesellschaft.


Der Schreiber dieser und anderer Postkarten liebte es, deren Ansichtsseite mit seiner Tinte zu beschriften (die schäbigen Erben der Empfänger verhökern sie über das Internet). Dieses Bild aus Ephesos ist in verschiedenen Abzügen auf Postkarten der unterschiedlichsten Editeure wiederzuerkennen, Padova Freres haben sicherlich – das wird hier wiederholt – ein vor 1919 schon bestehendes Fotostudio übernommen. Das Interesse der Griechen während der Besetzung war auch archäologisch geprägt, so wurden in Mastaura Grabungen vorgenommen, einer ansonsten eher unberührten Stätte, als Ausgleich wurde nun das Bild dieser schon damals häufig aufgesuchte Ruinenlandschaft vertrieben.


Die vorstehende Postkarte ist in anderer Herkunft schon in „Padova Freres 3“ wiedergegeben worden, nun liegen ihre Schwestern vor. Leicht war es damals, sich einen Überblick über die „Mouvements du Port“ in Smyrna zu verschaffen, man musste nur einen im Obergeschoss residierenden Anlieger bitten, einem die Aufnahme von dort zu gestatten. Beide Aufnahmen sind von dem gleichen Ort aus gemacht worden, Dottore meint, die linke sei eher entstanden: Der Kai verläuft südlich der künstlichen Halbinsel, auf der das „Bureau des Passeports“ steht, in südsüdwestlicher Richtung. Die Länge der Schatten und ihre Richtung lassen den Schluss zu, nachmittags sei die Aufnahme gemacht worden. Auf dem rechten Bild hat sich offenbar eine Wolke vor die Sonne geschoben, die Schatten sind undeutlicher und etwas länger, der des Wartehäuschens geht nun über die Schienen hinaus. Weder die Zahl der Fässer auf dem Prahm hat sich geändert, noch ist die Rauchwolke des Schleppers verweht. In der kurzen Zeit sind die meisten Menschen verschwunden, ob sie nun alle in den Wagen der Pferdebahn sind?

Obwohl die linke Aufnahme die lebhaftere ist, also die „mouvements“ besser wiedergeben, gibt es von der schlechteren weitere Exemplare. Diese unterscheiden sich von allen anderen Postkarten aus Smyrna dadurch, dass sie neben dem üblichen französischen Text noch eine griechische Aufschrift enthalten. Offenbar machten sich die „Padova Freres“ selbst Konkurrenz,  die gute Aufnahme wurde in die Reihe „P.V.“ aufgenommen, die miserabel kolorierten ohne besondere Kennzeichnung verkauft. Man kann aber dadurch viele entsprechend eingefärbte Postkarten den Brüdern aus Padua zuordnen. Die aber werden nun nicht gezeigt!  


Nachtrag 1:


Kaum war der Post geschrieben, da kommt Pantalone und hat weitere Bilder! Jedoch ist das Bild dabei, nachdem er schon lange suchte, das in „Padova Freres 1“ als existent bezeichnete, aber nicht greifbare Photo der „Offiziers de Democratie“. Pantalone war regelrecht enttäuscht, als er das Langersehnte erstmals sah. Es zeigt die französischen Militärs, die sich – wie wohl damals üblich – mit religiösem Mimikry zu verstecken suchen. Die Schwestern sehen aus wie die Zwergnonne in Fellinis wunderbarem Film „Armacord“, der es gelingt, den Kieselstein werfenden Onkel Theo, der lauthals verständliche Wünsche äußert, aus dem Baum zu holen.


Das von einer Schweizer Dynastie betriebene Hotel Huck war offenbar zur Zentralpost mutiert, jedenfalls scheint die Beschriftung der Postkarte darauf hinzudeuten. Aber das Gebäude wurde ebenso wie das der Konkurrenz, nämlich das Hotel Kraemer, 1922 ein Opfer der Flammen.


Politische Unruhe war im Osmanischen Reich auch personell institutionalisiert. Am Rande einer jeden Volksgruppe existierte ein zugehöriger Haufen bewaffneter Männer, bei der türkischen Ethnie waren das die Zeybeks, aber auch die Albaner und die Griechen hatten ihre Brigantenscharen. Hier nun eine andere Gruppe. Waren die Ordnungskräfte durch den Einsatz des jeweiligen Vali durchsetzungsstark, nun da blieb noch die Möglichkeit für das einzelne Mitglied einer solchen Schar, Cavas, also Hauswächter, zu werden. Jeder etwas betuchtere Hausbesitzer hielt sich solch einen Wächter, was nicht nur praktisch, sondern bisweilen notwendig war. 


09.November 2015


Dottore rätselt darüber, ob er sich mehr über die zwischen hartnäckig und verbiestert zu nennende Haltung von Pantalone wundern soll oder über den Fakt (das ist DDR-Deutsch, das sollte an diesem Tag betont werden), dass es ihm gelungen ist, doch wieder solch ein doofes Photo der Brüder zu erhaschen. 


Die HMS BRYONY war ein sogenanntes Q-ship, ein schwimmendes Täuschungsmanöver. Es sah aus wie ein normales Handelsschiff, war aber gegen U-Boote schwer bewaffnet. Es begleitete Konvoys von Handelsschiffen, wobei gehofft wurde, U-Boote griffen dieses Schiff an, was dann zu der Überraschung des U-Bootkommandanten zum Gegenschlag ausholte. Ansonsten verklingt die Saga über dieses Schiff ruhmlos, es wurde 1938 abgewrackt, nur hatte es einmal einen später dann auf einem anderen Schiff berühmt gewordenen Kapitän. Auch sein Name war sehr unkriegerisch, es wurde nach der Zaunrübe, einem Gurkengewächs, benannt, dessen Früchte allerdings sehr giftig sind. Heute sollte man Q-Schiffe gegen die Piraten aus Somalia einsetzen, allerdings erst in drei Jahren, wenn solange zuvor die Schiffe der dort kreuzenden Seemächte dafür gesorgt haben, dass keinerlei ausländische Fischerboote die Nichtexistenz eines somalischen Staates ausnutzen konnten. Vom Meer leben muss man den Somalis ermöglichen.


28.12.2015

His Majesty Ship „Clematis“ war ein Minensucher der Blumenklasse, 12 Schiffe, die im WWI dafür gebaut wurden, Seeminen unschädlich zu machen. Das ist ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, dabei wird bisweilen hinter dem Boot, das damals aus Holz gefertigt war, um die Magneten der 


Minen nicht anzuregen, ein Gestell unter Wasser hergezogen, um die vermuteten Minen explodieren zu lassen. Als Alternative versuchte man, das Ganze von einem Ballon aus durchzuführen, an dem Drahtseile hingen. Dies hat im Golf von Smyrna der Photograph offenbar abgelichtet, dessen Spuren im Netz von Pantalone mit Eifer verfolgt werden. 

28.02.2016

Flüchtlinge gab es in der Weltgeschichte immer wieder. Am lästigsten werden sie empfunden, wenn zu den Ursachen ihres Ortswechsels diejenigen beigetragen haben, die sträubend Zuflucht gewähren. Ursache betont Dottore, nicht Schuld. Der Wohlstand im Römerreich war einer der Gründe, weswegen die Anrainer danach trachteten, dorthin zu gelangen - die Mediterraner dachten, sie wollten statt Kuhkäse und Met (ranziger Butter und Bier) lieber Olivenöl und Wein haben, so ganz falsch war das nicht. Überall gab es Limites, den gegen die Schotten, den gegen die Germanen, den gegen die Daker, den gegen die Parther, den gegen die Araber, den gegen die Garamanten. Nach Überwindung der Grenze verfielen die Eindringlinge damals nicht sofort in tiefste Dankbarkeit, sie wurden - soweit männlich - als Söldner benutzt. Aber dem akkumulierten Wohlstand des Römerreiches während des Prinzipates stand die Ausbeutung der gesamten, damals bekannnten Welt zugunsten Roms gegenüber. Was Wunder, wenn alle dorthin wollten.



Die Griechen wollten 1919 auch so ein wenig zu den Kriegsgewinnlern zählen, obwohl sie durch langes Lavieren sich die Last eines Krieges erspart hatten. Dann aber schlugen sie unfein zu, die seit der Ionischen Wanderung inzwischen dort indigen Gewordenen wurden nicht so behandelt als seien es zukünftige Landsleute, Es regte sich alsbald Widerstand, Zwischen den griechischen Besatzungstruppen und türkischen Freischärlern kam es im Sommer 1919 zu einer kriegerischen Auseinandersetzung um und in Aydin. Für die griechischen Flüchtlinge von dort wurde dann in Smyrna gesammelt. Diese Photographen haben das festgehalten, die Rolle der Pfadfinder damals ist okkult.

21.03.2016

Als widder was neuss:
Sammler sind schon eine eigenartige Spezies Mensch, einerseits kommt man um ein gewisses Maß an Bewunderung nicht herum, andererseits sind sie auch wieder öde. Pantalone wurde wieder fündig, die Ergebnisse folgen (fast) unkommentiert. Das Minensuchboot HMS Aberdare war namensgebend für eine Klasse gleicher Schiffe, die beiden anderen Bilder der Brüder Padova sind mit gleichen unter "anderer Flagge" konfrontiert. Wie lange wird das noch so weitergehen?  




  

Montag, 29. Juni 2015

Kein zweiter Ochi-Tag

Es ist nachgerade peinlich und scheint von geringer Belesenheit zu zeugen, wenn sich Dottore bisweilen an den gleichen Quellen labt und sie zitiert. Jedoch bedingt die Schäbigkeit der Zeitläufte den Rekurs auf längst Bekanntes, die Langweiligkeit und der Wiederholungszwang der Politik verhindert neues Denken über sie, das dann kurzweilig wäre. Zuerst nun das Zitat:   

Marx beginnt seine Schrift „Der 18te Brumaire des Louis Napoleon“ mit den Wörtern: 

“Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Caussidière für Danton, Louis Blanc für Robespierre, die Montagne von 1848-1851 für die Montagne von 1793-1795, der Neffe für den Onkel. Und dieselbe Karikatur in den Umständen, unter denen die zweite Auflage des achtzehnten Brumaire herausgegeben wird!
Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. Und wenn sie eben damit beschäftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwälzen, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionärer Krise beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüm, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neuen Weltgeschichtsszene aufzuführen.“


Das letzte Mal wurde das Zitat aufgewärmt, als es galt, eine sich Altkommunistin Wähnende in ihre Schranken zu weisen, nun gilt, einem sich als Jungkommunisten Betrachtenden (und Betrachteten) die Vergeblichkeit seines Handelns aufzuzeigen.

Aus einigen Bildern in diesem Blog geht hervor, dass seine Protagonisten sich in jüngster Vergangenheit des Öfteren und Längeren in Griechenland herumgetrieben haben. Unmittelbar nach dem Erkennen der Herkunft wurde Beiden von ihren griechischen, sofort in Larmoyanz verfallenden Gesprächspartnern „Merkäll !“ entgegengestammelt, was nach wenigen Tagen prompt mit „Turkokratia !“ beantwortet wurde. Fast immer ergab sich daraufhin ein Gespräch, in dem die griechischen Teilnehmer doch nicht umhin kamen, ihre Neigung zu erfassen, immer andere für die eigene Situation verantwortlich zu machen. Bis zu dem neueren finanziellen Desaster wurde der Kritik mangelnder Wirtschaftskraft die 500-jährige Herrschaft des osmanischen Reiches entgegengesetzt, allerdings nur im eigenen Verständnis der Griechen. Denn diese Ausrede ist falsch. Seit dem Ende der Turkokratie sind gelinde 180 Jahre vergangen. Die tüchtigen Seefahrer auf den ägäischen Inseln unterhielten – zum Osmanischen Reich gehörig – im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert eine der größten Handelsflotten, die teilweise unter zaristischer Flagge segeln durfte. Allerdings wurde den Veränderungen im 19. Jahrhundert nicht Rechnung getragen. Aber grundsätzlich können sie es also, die Griechen, was dann später auch wiederum Onassis und Niarchos bewiesen haben.

Wenn es in einer kleinen bis mittleren Stadt in Griechenland 2008 drei Schuhgeschäfte für Kinder bis ungefähr 6 Jahren gab, man die jeweiligen Betreiber nicht für kaufmännische Idioten hält, dann ergibt sich daraus beispielhaft, dass das gesamte Volk weit über seine „Verhältnisse“ gelebt hat. Ein Kardinalfehler eines Handeltreibenden ist es, Umsatz mit Gewinn zu verwechseln, Griechenland verwechselte vorhandenes Geld mit frei verwendbarem Geld, Kreditmittel mit Ertrag. Natürlich kann man den Kreditgebern vorwerfen, wieder einmal auf den „Mexikoablauf“ hereingefallen zu sein, der darin besteht, dass Bank D denkt, wenn die Banken A, B und C Kredite gewähren, nun, dann kann auch unser Haus dies machen. Aber der Kreditnehmer kann sich darauf ebenso wenig berufen wie der indische Vergewaltiger auf die angebliche Leichtfertigkeit des Opfers. Die Griechen haben die Kredite verbraten, die daher nicht sehr schmackhafte Soße ist vorab ihre Speise.

Nun waren es aber nicht schuhkaufsüchtige Mütter, die die Misere eingebrockt haben, sondern wie es in diesem Wirtschafts- und Sozialsystem üblich ist, haben sich die jetzigen Eigentümer der Immobilien in Paris, London und New York die wirtschaftlichen Scheinerträge angeeignet. Und, wie es in diesem Wirtschafts- und Sozialsystem üblich ist, wollen nun die unvorsichtigen Banken A bis D von allen Griechen ihr Geld zurück. Die Immobilienbesitzer werden also im gleichen Maße wie die Schuhkäuferinnen, wie es in diesem Wirtschafts- und Sozialsystem üblich ist, zum Zahlen herangezogen, die ersten machen es – wenn überhaupt – widerstrebend, die zweiten können es nicht. Die dem Klientelismus verhafteten Cliquen, die bislang die Regierungen stellten, hatten kein Konzept außer „Doing by Durchwursteling“. Die Schuhkäufer begehrten auf, es war wohl unumgänglich, dass die murrenden, aufmuckenden Bürger eine andere Politik durchsetzen wollten. Verständlich, aber noch kaum geeignet, die selbsteingebrockte Situation zu lösen. Außenstehende, eben Journalisten, hielten die Gruppierung, die es anders machen wollte, schon für links. Solch eine Klassifizierung ist schnell bei der Hand, wenn jemand nicht untertänigst bereit ist, die Normen zu akzeptieren, die in diesem Wirtschafts- und Sozialsystem üblich sind. Ein Konzept aber, außer der verbal erklärten großen Weigerung, hatte auch sie nicht, sie war dem darbenden Volk nah, aber die Differenz zum Populismus ist schwer einzuhalten. Wahlredensartige Ausführungen machen bei den Banken A bis D und deren Gerichtsvollziehern, den Regierungen der anderen Länder, wenig Eindruck.  

Hinzu kommt eine den Südländern eigene Haltung, die darin besteht, Würde zu beanspruchen statt sie zu leben. Würdig haben die Griechen fremdes Geld verbraten, jede wie auch immer geartete Rückzahlung würde diese Würde beeinträchtigen. Damit wir uns recht verstehen, die neueren Hilfsleistungen waren nichts weiter als Durchlaufgelder, die Staaten gaben den Griechen frisches Geld, damit diese den Banken alte Zinsen zahlen konnten. Aber alle haben keinerlei Konzept entwickelt, wie aus Griechenland ein Staat werden kann, der den Ansatz hat, durch eigene Wirtschaftskraft sein weiteres Dasein zu gestalten. Hinzu kommt eine sehr spezifische Zockerqualität, nie ist etwas endgültig, so ein ganz klein wenig muss doch der Vertragspartner beschissen worden sein, heute sag ich „Ja“, aber morgen erkläre ich, es sei nur ein „Höchstwahrscheinlich“ gewesen. Privat ist das dann als liebenswert abzutun, aber die Banker aus den anderen Ländern, selbst viel garstigere Zocker, haben für solche Wippchen kein Verständnis.

Der Rückzug auf den vermeintlichen Willen des Volkes ist lächerlich: Wer von seiner Mami gefragt wird, ob seine Schulden etwa bezahlen wolle oder nicht, der schaut sie vertrauensvoll an und traut sich dann „Nein“ zu sagen. Die Mami wird’s schon richten. Dabei haben die Griechen einmal mit großer Würde „Nein“ gesagt. Als der großsprecherische Mussolini es seinem Kumpanen Hitler gleichtun wollte, plante er von dem schon unterworfenen Albanien aus eine Besetzung der strategisch wichtigen Punkte Griechenlands und ließ dies in Form eines Ultimatums dem damaligen griechischen Ministerpräsidenten vorlegen. Kurzgefasst, er antwortete großartig und würdevoll mit „OCHI“, was das gesamte Volk einte und zu einem für den Gernegroß aus Rom peinlichen Desaster führte. Dieser Ochitag, jeweils am 28. Oktober gefeiert, wird sich als würdiges Ereignis nicht wiederholen, sondern es wird eine allenfalls klebrige Erinnerung daran verbleiben; die nächste Clique wird kommen, willfährig und ohne innere Würde. Der deutsche Verhandlungsführer aber, erfahren in der Verschleierung kleiner Geldbeträge an der Kassenwartin vorbei, hat die Chance verpasst, einen zwar zuerst bitteren, dann aber tragfähigen Schäubleplan vorzulegen, dass können dann doch nur wirklich kluge Politiker, wie dies Herr Marshall einer war.


So ist es im Kapitalismus: Alle bemühen sich krampfhaft, die Erkenntnisse von Mohr und General zu bestätigen. Dottore macht da keine Ausnahme, auch er hat keine Lösung, es ist schon schwierig mit dem Richtigen im Falschen.